Unsere Apulienreise 2021

Eine Reise mit der evangelischen Kirchengemeinde Haßloch vom Montag, 20.09. bis Mittwoch, 29.09. 2021 (Reiseleitung: Pfarrer Dr. F. Schmidt-Roscher).

Montags morgens um kurz vor 5 Uhr treffen sich 21 Personen an der Lutherkirche in Haßloch zur gemeinsamen Fahrt nach Apulien, zum Stiefelabsatz Italiens. Die meisten sind noch müde, bestimmt einige aufgeregt, alle erwartungsvoll.

Wie wird diese Reise, wer fährt alles mit, wen kennt man und dann, so eine lange Busreise, wie übersteht man die?

Der Bus ist groß, viel Platz gibt es für die Gruppe, der Busfahrer ist sehr gelassen, schon beim allerersten Verkehrshindernis noch in Haßloch. In diesen frühen Stunden wird meist geschlafen, ruhig ist es im Bus. Dann langsam erste Gespräche, erstes Lachen. Die Fahrt bis Classe bei Ravenna ist lang. Aber die dortige Basilika San Apollinare beeindruckt alle.

Santa Maria Maggiore

Am nächsten Tag geht es nochmals viele Kilometer weiter bis nach Apulien, nach Barletta am ägäischen Meer. Dazwischen immer wieder Blicke auf das Meer, herrliches Wetter, manche träumen vom Schwimmen. Der Wind am Meer in Barletta ist heftig, aber es ist sonnig, einige waten ins warme Wasser, schwimmen auch, sehr salzig ist das Wasser. Nicht ohne Grund gewinnt man in der Nähe von Barletta Meersalz. Abends spürt man dann die typische Stimmung in einer italienischen Stadt, lebhafte Geschäftigkeit!

Der Mittwoch bringt eine Umplanung, alle sind am Abend froh, dass das so war. Die Gruppe fährt zum Gargano in fast 1000 m Höhe, nach Monte Sant’Angelo, wärmende Kleidung ist nötig. Besichtigt werden die Grotte des Erzengels Michael und später dann, wieder in der Ebene (bei Manfredonia), noch zwei Kirchen aus romanischer Zeit, mancher wird still.

Donnerstags dann kommt Laura als lokale Führerin, lebhaft, fröhlich und von sehr italienischem Temperament. Sie zeigt der Gruppe Bari, „verordnet“, ganz Italienerin, eine Siesta im Bus vor dem Besuch des Castel del Monte und führt uns hervorragend. Bari und das Castel sind aber auch Höhepunkte!

Es bleibt nicht bei diesen Höhepunkten! Der Bus fährt Freitag nach Alberobello, diese Stadt der Trulli wird besichtigt und auch ein einzelner Trullo. Ob man so wohnen will? 

Tags drauf besucht unsere Reisegruppe Lecce. Diese Stadt des Barocks wirkt durch die gelben Steine hell, die barocken Kirchen sind entgegen den Erwartungen nicht überladen. Wer die nächtliche Stadtführung ausgelassen hat, bedauert das bestimmt, denn es wird von vielen Musikdarbietungen und fröhlichen Menschenmengen erzählt.

Sonntags in der Hafenstadt Otranto am ägäischen Meer sind die Bodenmosaike in der Kathedrale bewundernswert und werden eifrig fotografiert. Das wunderbare Wetter lässt ans Baden denken, aber hier ist es nicht vorgesehen. Macht nichts, es ist wunderschön hier, ebenso wie in der Hafenstadt Gallipoli am Ionischen Meer mit seiner verwinkelten Altstadt.

Nach Matera in der Basilikata, 2019 europäische Kulturhauptstadt, führt die Fahrt am Montag. Die Sassi (Höhlenwohnungen) sind berühmt, der Anblick ist toll, der neueste Bond-Film wurde teilweise dort gedreht, auch Verfilmungen von Jesu Leben entstanden in Matera. Aber auch in so einem Sasso will man heute nicht mehr leben, da sind sich alle einig. Da ist sehr viel Armut zu spüren.

Schon ist wieder Zeit für die Heimreise. Noch eine hervorragende Führung in der Kathedrale von Modena und dann, nach der Zwischenübernachtung, der Rest der langen Heimreise.

Die anfänglichen Fragen, wie kann man sie beantworten?

Knapp 4000 km Reise (mit den Fahrten in Apulien) sind sehr viel. Aber wenn der Busfahrer so gut fährt (auch rückwärts!), wenn Essen und Trinken stimmen, wenn alle so diszipliniert sind, wenn die lokalen Reiseleiterinnen (nicht nur Laura) so gut erklären, wenn unser Reiseleiter so viel weiß, sich um jeden kümmert und auch noch italienisch spricht, dann macht die Reise Freude!

Jeder hat Rücksicht auf Langsamere genommen, man hat sich gut verstanden, es wurde viel erzählt, miteinander gesprochen und gelacht. Und gesungen wurde auch, in leeren Kirchen und Krypten, auch am Hotel, jedoch nicht im Bus. Das „Dona nobis pacem“ klingt schon ganz ordentlich, am Singen als Kanon muss noch etwas gefeilt werden.


Apulien ist definitiv eine Reise wert, so viele Eindrücke und Bilder sind jetzt „innerlich“ und „digital“ gespeichert. 

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