Archiv der Kategorie: Ausflüge / Urlaube

Unsere Kreta-Rundreise März 2019

Gefunden haben wir die Reise in einer Anzeigen-Beilage des „Spiegels“. Einen konkreten Reisewunsch hatten wir zu dieser Zeit nicht, auf Kreta waren wir auch noch nie. Alles klang  recht gut und der Preis war verführerisch niedrig.

Innerhalb weniger Tage hatten wir dann den Urlaub „Eine Woche Kreta“ bei der Firma „Reise Service Deutschland (RDS)“ gebucht. Die Abwicklung über Telefon und Email ging reibungslos und flott über die Bühne. Alle Unterlagen kamen rechtzeitig per Email.

1. Tag: Anreise

Der Flug führte von Frankfurt über Hannover(!) nach Heraklion. Die Maschine, eine A320, war quasi ausgebucht und vor Ort in Heraklion füllten wir 4 Busse. Der Bus brachte uns in unser erstes Hotel „Georgioupolis Resort“ ca. 20 Kilometer westlich von Rethymno.

Der Bus und unser Reiseleiter blieben uns die ganze Woche erhalten. Wir hatten Glück und „Heper“, unser Reiseleiter, war sehr nett, aufmerksam und kannte sein Geschäft. Zusätzlich wurden wir noch betreut von unserer Führerin „Maria“ und von unserem Busfahrer, der sein Handwerk gut beherrschte.

Insgesamt hatten wir 6 Bus-Tagesausflüge um Kultur und Städte kennen zu lernen. Start war jeweils so zwischen 8:30 / 9:00 und zurück kamen wir dann zwischen 16:30 und 17:30. Dazu kamen noch drei kleine „Verkaufsveranstaltungen“, die aber im Prospekt erwähnt wurden. Die waren nett, nicht aufdringlich und wir selbst haben nichts gekauft. Unser Reiseleiter nannte dies in seiner täglichen Ankündigung die „Dreifaltigkeit“ (Teppiche, Schmuck und Leder). Es kostete uns jeweils 1,5 Stunden, war aber auch in Maßen interessant.

2. Tag: Aptera, Agia Triada, Chania

Zum Angewöhnen gab es leichte Kost: Ein römisches Theater (Aptera), eine mittelalterliche Klosterruine (Aptera) aus dem 12. Jh. und eine aktiven Klosteranlage der orthodoxen Kirche (Agia Triada). Und rundherum viele kleine orthodoxe Kirchen. Aus der heutigen Zeit kam dann nachmittags noch die große Markthalle in Chania. In Chania selbst hatten wir auch Gelegenheit zu einem kleinen Stadtbummel, einem Spaziergang zum Hafen und zu einem Besuch in einem schöne Café in der Altstadt.

3. Tag: Kloster Arkadi, Museum Eleutherna, Rethymno

An diesem Tag stand das orthodoxe Kloster Arkadi, welches auch sehr stark mit der Befreiung Kretas von der türkischen Herrschaft verbunden war, auf dem Programm. Hier leben auch noch einige aktive Mönche, ähnlich wie in Agia Triada. Weiter ging es dann zum modernen Museum in Eleutherna, wo wir den ersten Kontakt zur minoischen Vergangenheit von Kreta hatten. In Eleutherna war und ist eine aktive Ausgrabungsstätte, die wir aber nicht besichtigen konnten. Die Stadt Rethymno begrüßte uns mit freundlichem Wetter, aber das änderte sich bald. Regen und Sturm führten dazu, dass wir eher die Gaststätten und Cafés kennen lernten. Schade, die Stadt wäre sicherlich auch sehenswert gewesen. Der Blick auf die Wellen und die Gischt am Hafen entschädigten uns ein wenig.

4.Tag: Knossos, Museum Heraklion, Heraklion

Heute wurde es ernst. Hier begann unsere „Dreifaltigkeit“ mit den Teppichen.

Danach ging es mit dem ersten (und wohl bekanntesten) minoische Palast los. KNOSSOS. Es ist schon erstaunlich, wie groß diese Anlage aus der minoischen Zeit (2100 v.Chr. bis 1400 v.Chr.) ist. Und erstaunlich, wie gut Details zu erkennen sind. Die Original-Fundstücke konnten wir dann in dem großen Museum in Heraklion bewundern. Wirklich sehenswert. Für die Stadt hatten wir dann nur noch Zeit für einen kurzen Spaziergang, der uns durch die Altstadt zum Hafen mit seinen venezianischen Befestigungsanlagen führte.

Die kretische/griechische Mythologie mit Zeus (auch einmal als Stier) und Europa begleitete uns auf der gesamten Reise. Hier hätten wir sich etwas besser vorbereiten können. Wie war das mit den griechischen Göttern, Halbgöttern und Helden?

Am Nachmittag bezogen wir dann unser zweites Hotel, das „Kosta Mare“ ca. 25 Kilometer östlich von Heraklion.

5. Tag: Faistos, Matala

Angefangen haben wir mit Schmuck. Verlockend, aber wir blieben standhaft.

Dann fuhren wir in die Berge nach Faistos, dem zweiten unserer drei minoischen Paläste. Wieder eine große Ausgrabung, von den Mauern ist recht viel zu sehen. Aber im Gegensatz zu Knossos wenig rekonstruiert. Man bekommt jedoch auch so einen Eindruck von der Größe der Anlage.

Von dort aus waren es dann nur noch wenige Kilometer in das Städtchen Matala an der Südküste. Malerisch in einer Bucht gelegen, noch etwas unaufgeräumt, denn es war ja noch weit vor Saisonbeginn. In Matala hatten wir ein schönes Restaurant direkt am Meer. Meine gegrillten Sardinen waren sehr lecker. Bekannt wurde Matala wohl durch die „Popgrößen / Hippies“ in den 70er Jahren, die dort in den Höhlen am Ufer ein Aussteigerleben führten.

6. Tag: Malia, Kera, Hochebene Lassithi

Der Tag begann mit Lederkleidung. Verlockend, aber wir blieben wieder standhaft.

Malia war unser dritter minoischer Palast. Durch die Lage in der Ebene (nicht weit vom Nordufer der Ägäis) fehlte die terrassenförmige Struktur. Die Ausgrabung selbst machte viele Mauern und Räume sichtbar und an einigen Stellen wurde auch noch gebuddelt.

Auf einer kleineren Straße wand sich unser Bus durch kleine Dörfer hindurch in die Berge und auf die Hochebene von Lassithi. Hier wird viel Landwirtschaft betrieben, sind die Felder bewässert. Zwischendurch machten wir noch einen Halt im (noch aktiven) Frauenkloster von Kera.

Unser Mittagsstopp war in einem typisch kretischen Gasthof mitten im Dorf. Auf dem Rückweg hielten wir noch in einem kleinen Dorf mit uralter Platane. Es brauchte über 12 Mitfahrer, um den Stamm zu umfassen. An dem Tag kamen wir schon gegen 16:30 im Hotel an und hatten dann auch etwas Zeit, um das schöne Wetter einfach zu genießen.

7. Tag: Spinalonga, Agios Nikolaos

Der Ausflug nach Spinalonga und Agios Nikolaos war nicht im Grundpaket enthalten, aber wir buchten ihn spontan und vor Ort dazu. Und waren nicht enttäuscht. Zunächst ging es nach Elunda, dort auf ein Boot und einmal um die Insel Spinolonga herum. Spinalonga war eine Befestigungsanlage aus der Venezianischen Zeit und danach (bis in die 50er Jahre) eine Leprakolonie, wohl die letzte in Europa. Wir konnten die Gebäudereste aber nur vom Schiff aus ansehen, es war ja noch keine Touristensaison.

Dann brachte uns der Bus nach Agios Nikolaos, eine sehr aktive Touristenstadt mit Hotels im direkten Umfeld. Der Hafen, der innere See und die Altstadt konnte man sich schön gemütlich erwandern. Das Wetter war herrlich und die Restaurants waren eigentlich alle einladend. Vielleicht in der Saison zu einladend ….

Mittags um 16:00 waren wir dann wieder im Hotel und saßen in der warmen Sonne vor unserem Zimmer.

8. Tag: Rückreise

Am Abreisetag mussten wir schon um 5:30 unser Hotel verlassen, mit unserem Bus ging es zum Flugplatz, um 8:05 startete der Flieger nach Frankfurt und gegen 13:00 waren wir wieder in Haßloch.

Fazit

Unsere beiden Hotels hatten schöne und geräumige Zimmer in kleineren Hauseinheiten. Von der Infrastruktur der Hotels haben wir eigentlich nur das Restaurant genutzt, wir waren ja tagsüber per Bus unterwegs. Beide Hotels waren gut, das „Georgioupolis Resort“ vom Restaurant her etwas besser, das “ Kosta Mare“ lag dafür direkt am Strand.

Allein die drei minoischen Paläste waren die Reise wert. Orthodoxe Kirchen waren uns vorher so gut wie unbekannt. Aber auch sonst hat uns Kreta und Griechenland nicht enttäuscht. An die gemischte Bauweise (alt neben neu) in den Dörfern muss man sich gewöhnen.

An guten Schafskäse und Oliven kann man sich gewöhnen. Auch die Kombination „griechischer Joghurt mit flüssigem Honig“ ist nicht zu verachten.

Wir würden die Reise wieder buchen. Sie war stimmig und ihren Preis wirklich wert.

Radtour Villach (Österreich) – Grado (Italien)

Diese Jahr machten wir mit der Firma Pfadt aus Germersheim wieder mal eine Radtour, diesmal von Villach nach Grado (Alpen – Adria).

Wie bei Pfadt üblich, war das eine Busreise mit eigenen Fahrrädern, transportiert im Anhänger, und vor Ort dann mit einem ortskundigen Rad-Reiseleiter. Nach einer Zwischenübernachtung in Villach brachte uns der Bus zum ersten Startplatz der Radtour, nach Tavisio in Italien.

Die Besonderheit dieser Etappe: Nach einem kleinen Anstieg und der „Alpe-Adria-Zählung“ in Camporosso fuhren wir auf einer zum Radweg umgebauten alten Eisenbahnstrecke und durften viele Radkilometer mit angenehmen Gefälle, oft durch alte Tunnels, genießen. Das Ende der Tagestour war das Gebiet Venzone/Gemona, Zentrum des schweren Erdbebens  in Friaul im Jahr 1976.

Die zweite Etappe (eine Rundtour) hatte einen recht ordentlichen Anstieg („Der Berg“) in der Mitte, der die Nicht-E-Biker ordentlich forderte, aber diese Höhe durften wir ja danach wieder herunterradeln. Zusätzlich kamen dann noch einige „Wellen“ auf einem Waldweg, schön, aber doch etwas fordernd.

Die dritte Etappe ging durch die letzten Hügel („wellig“) und hatte auch einige Schotterstrecken aufzuweisen. Udine wurde auf gemütlichen Wegen erreicht und die Stadtführung endete für viele mit einem Aperitif auf der zentralen Piazza.

Die vierte Etappe hatte ein klares Ziel, den Badeort Grado an der Adria. Dazwischen sahen wir die sternförmige Festungsstadt Palmanova, wo man noch die Türme und die Wälle besichtigen konnte. In der heute kleinen Stadt Aquileia finden sich viele römische Ausgrabungen (Aquileia war ursprünglich sehr bedeutend) und in der Nähe die beeindruckende Basilika mit ihrem sehr berühmten Mosaikfußböden. Und dann erlebten wir natürlich die Fahrt über den Damm nach Grado.

Der fünfte Tag hielt für uns eine sanfte Tour an der Adria entlang bereit, mit einem schönen Picknick am Etappenende. Dazwischen gab es viel Landschaft und ein großes Vogelschutzgebiet, sogar mit Flamingos.

Nachmittags blieb auch Zeit für eine Bummel in Grado oder ein Bad in der Adria.

Am letzten Radeltag brachte uns dann der Bus wieder in die Alpen nach Camporosso und wir radelten hinunter zur Gail und dann nach Villach. Durch diesen Trick befuhren wir die komplette Strecke „von den Alpen zur Adria“, allerdings in zwei unterschiedlichen Richtungen. Auf dieser letzten Etappe begegneten uns viele Radfahrer, die die mühsame, aber zum Meer hin richtige Richtung „bergauf“ fuhren.

Nach einer Zwischenübernachtung in Spittal brachte uns dann der Bus wieder Richtung Heimat.

Es waren erholsame 330 Km auf dem Rad mit 1100 uns von unserem Bus geschenkten Höhenmetern.

Es gibt die Reisebeschreibung auch als Bericht.

Radtour zum Johanneshof auf der badischen Rheinseite

Von Haßloch zum Rhein sind es ca. 20 Kilometer mit dem Rad, und danach fängt Baden an. Was liegt also näher, als mal die direkte badische Rheinseite zu erkunden?

Gestartet sind wir in Haßloch. Um den Rhein möglichst gut zu „erfahren“, wollten wir mit der kleinen Rheinfähre nach Rheinhausen übersetzen, aber leider war der Fährmann kurzfristig verhindert. Dann ging es also um den Speyerer Flughafen  herum über die Salier-Brücke auf die andere Rheinseite.

Dort radelten wir zum Johanneshof vor Ketsch (offiziell: Hockenheim). Der Johanneshof hat einen sehr schönen schattigen Biergarten und wir wurden auch gut verpflegt. Der Service war schnell und aufmerksam, die Gerichte lecker.

Danach drehten wir noch eine Ehrenrunde über die Ketscher Rheininsel (sie hat nur einen Zugang) und dann ging es über die Kollerfähre (bei Brühl) wieder zurück auf unsere Rheinseite. Hier waren wir wieder auf unseren gewohnten Wegen. In Haßloch waren es dann gut 75 Kilometer, die der Tacho anzeigen durfte.

Vom Johanneshof über Schwetzingen zur S-Bahn HD-Pfaffengrund wäre der Rückweg deutlich kürzer ausgefallen. Es ibt also viele Varianten für einen Ausflug zum Johanneshof.

Urlaub auf der Emberger Alm

Anfang August ging es für ein paar Tage auf die Emberger Alm (Gemeinde Berg im Drautal) zum Wandern. Die Anreise bescherte uns ab München Regen und einen ordentlichen Stau, aber die Hoffnung auf einige schöne Tage war mit im Gepäck. Das motivierte zumindest.

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Der Gasthof liegt auf 1750m Höhe und ist mit dem Auto gut erreichbar. Von Greifenburg an der Drau hoch zur Alm sind es 12 Straßenkilometer, 1100 Höhenmeter und 27 (?) Spitzkehren. Aber in einer halben Stunde ist man oben …. Wir waren früher schon drei mal dort. Die Zimmer sind gut, der Service auch und man hat alles was man so im Wanderurlaub braucht.

Samstags stand eine Wanderung über das Ochsentörl auf den Knoten auf dem Plan. Das sind an die 500 Höhenmeter über recht ordentliche Wege, nur die letzten 100 Meter sind etwas steil. Dafür hat man von oben eine schöne Aussicht auf das Drautal und die umliegenden Berge. Der Hochtristen mit seinen 2500 Metern liegt zum Greifen nah. Abwärts ging es dann über die Oberberger Alm auf dem unteren (etwas abenteuerlichen) Wanderweg zurück zur Emberger Alm.

Knoten (vom Osten)

Knoten (vom Osten)

Hohe Grände und Nassfeldriegel (vom Knoten aus)

Hohe Grände und Nassfeldriegel (vom Knoten aus)

Sonntags durfte ich meinen Muskelkater betun und es ging (per Auto) ins Tal zum Millstätter See und dort zum Stranbad „Meixner“, auch zum Schwimmen im See. Besonders warm war der allerdings nicht.

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Montags gab es dann eine Wanderung zum Nassfeldriegel, zur Hohen Grände und zum Ochsentörl. Auf dem Nassfeldriegel sah man Kühe und Schafe, ein Gipfelkreuz existierte natürlich auch. Zur hohen Grände hinauf wurde es etwas steinig, aber das war auch zu schaffen. Und danach wanderte man auf dem Kamm abwärts zum Ochsentörl. Der Hochtristen lag wieder zum Greifen nah. Dann ging man Richtung Oberberger Alm und über den oberen Wanderweg („Kinderwagen geeignet“) zurück zur Emberger Alm. Die Wanderung hatte etwa 100 Höhenmeter mehr als die vorherige.

Knoten (li) und Hohe Grände

Knoten (li) und Hohe Grände

Hochtristen (vom Nassfeldriegel)

Hochtristen (vom Nassfeldriegel)

Dienstags gab es dann die obligatorische kleine Wanderung um die Almwiesen. Es war noch schönes Wetter und wir konnten einigen Gleitschirmfliegern beim Start zusehen. Am Tag davor hatten wir sehr viele in der Luft bewundert. Allerdings wurde um die Mittagszeit das Wetter schlechter und die Prognosen standen auch auf Regen und auf Temperaturen deutlich unter 10°.

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Deswegen fuhren wir schon mittwochs bei strömenden Regen ab und dann ohne große Störungen über die Autobahn nach München.

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Die „Wanderungen“ muss man aus der Sicht von Pfälzern beurteilen, die die Rheinebene gewohnt sind und deren höchster Berg 673 Meter hoch ist. Meine Wanderschuhe kommen weniger als 10 mal im Jahr an die Füße.

Auf der Emberger Alm kann man auch einen herrlichen ungestörten Sternenhimmel erleben. Die Umgebung ist dunkel und die Luft ist in 1750 Metern Höhe deutlich klarer als in der Pfalz. Ich konnte also auch 2 Nächte mit dem Fernglas Sterne gucken und sah auch einige sehr schöne Sternschnuppen (Perseiden). Die Sternbilder Schütze und Skorpion (mit Mars und Saturn) konnte man abends ab 22:30 perfekt und bequem  von unserem Südbalkon aus betrachten.

Schütze (re. Saturn)

Schütze (re. Saturn)

Radtour in Flandern

Auch dieses Jahr gönnten wir uns eine geführte Bus-Radtour mit Pfadt-Reisen in Germersheim. Wir waren 24 Radler, die eigenen Räder kamen in den Anhänger und es ging nach Flandern.

Die erste Station war Gent, wo wir am späteren Nachmittag mit unserem lokalen Radführer eine Stadtführung hatten. So bekamen wir einen ersten Eindruck von der Stadt und auch von Diederik, der uns mit flotten Schritten führte.

Von Gent aus unternahmen wir dann zwei Tages-Radtouren:

Die erste Tour ging in westliche Richtung von Gent zum Schloss Ooidonk und auf einer anderen Route zurück. Wir fuhren auf verschlungenen Wegen an Häusern im Grünen vorbei zu dem Wasserschloss Ooidonk, das wir uns in einer Führung ansehen konnten. Dazwischen gab es auch eine Fähre mit Selbstbedienung, man hat an beiden Landpunkten und auf der Fähre selbst eine kräftige Kurbel, um die Fähre am Seil hin und her zu bewegen. Bei dieser Tour hatten wir auch unseren einzigen richtigen Regenschauer bei Gegenwind zu verkraften, aber eine Stunde später war die Kleidung wieder trocken.

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Die zweite Tour führte uns in östlicher Richtung zum Wasserschloss Laarne und dann an der Schelde entlang bis zu dem Städtchen Dendermonde. Von dort ging es mit dem Bus zurück.

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Am vierten Tag wechselten wir das Hotel. Erst waren wir in einem Holiday Inn bei Gent, dann in einem Van der Valk bei Brugge.

Die dritte Tour führte dann von Damme (bei Brugge) nach Sluis in den Niederlanden (hier bekam ich die versprochenen Muscheln mit Fritten), dann nach Knokke an der Nordsee (mit ordentlichem Gegenwind) und wieder nach Brugge zurück.

Die vierte Tour startete in Brugge, weiter radelten wr nach Blankenberge an der Nordsee und dann in südlicher Richtung nach Oostende. Kurz vor Oostende überquerten wir die Hafeneinfahrt mit einer richtigen Fähre für Fußgänger und Radfahrer. Von Oostende ging es mit dem Bus zurück.

Am Nordseestrand hatte man einen herrlich weichen Sand, aber die Häuserzeilen am Ufer war in Knokke, Blankenberge und Oostende recht beachtlich, 6 – 8 Stockwerke waren da schon zu sehen.

Wie bei Pfadt-Reisen üblich trafen wir unseren Bus meist zweimal am Tag. Einige Radfahrer wählten dann auch die Möglichkeit auf den Bus umzusteigen. Wir selbst radelten aber die vollen 210 Kilometer. Mit jedem Radeltag verbesserte sich auch die Abstimmung innerhalb der Gruppe, auch das Wetter wurde von Tag zu Tag besser.

Eine Besonderheit sahen wir als Radfahrer in Flandern: Das Netz der Radfahrwege ist dort auf seiner untersten Ebene mit „Knotenpunkten“ markiert. Jeder dieser Wegpunkte ist auf einem Pfahl mit einer Nummer notiert und darunter stehen dann mit Richtungspfeil die von hier aus erreichbaren Nachbarpunkte. Unser Radführer hatte eine vorbereitete Liste mit Knotenpunkten und sah nur selten mal auf seiner Karte nach. Die Entfernung von Punkt zu Punkt liegt meist unter einem Kilometer. In einer lokalen Radkarte sind dann alle Knotenpnkte aufgelistet. Es gibt aber auch durchgängig markierte Fernwege.

Flandern hat uns vom Sattel aus sehr gut gefallen, das Radwegenetz ist dicht und in einem guten Zustand. In den Städten und Dörfern findet man genügend Interessantes und die Autofahrer waren sehr freundlich zu uns Radfahrern.

Ich hatte mein Komoot an, aber nur zwei der vier Touren sind vollständig. Einmal habe ich Komoot nach der Mittagspause nicht wieder gestartet und einmal habe ich das Ladekabel (zum Nachladen) im Hotel vergessen. Die geplanten Endpunkte sind dann in Klammern gesetzt.

 




Römervilla „Weilberg“ bei Ungstein

In der näheren Umgebung findet man immer wieder Neues, was aber dann wieder sehr alt sein kann.

So ging es uns mit der „Villa am Weilberg“ bei Ungstein, die fast direkt an der Straße von Ungstein nach Kallstadt liegt. Und nach Kallstadt kommt man wegen der bekannt guten Gastronomie.

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Man sieht das Gebäude und wird neugierig, geht einmal auf dem Gebiet zwischen den alten Mauern spazieren und möchte dann mehr wissen. Dann braucht man Freunde, die einem eine individuelle Gruppenführung organisieren. Wir waren 13 Telnehmer und Dr. Fritz Schumann aus Ungstein war unser fachkundiger Führer.

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Gehört und gesehen haben wir viel: Die Anlage ist wohl um 30 n.Chr. entstanden und wurde um 350 n.Chr. aufgegeben. Das ist der typische Zeitraum für römische Bauten in der Pfalz. Die Lage am Berg ist einmalig, die Aussicht auf die Pfalz ist wunderschön, auch wenn man damals natürlich das schöne Dorf Ungstein noch nicht sehen konnte. Die Anlage war groß, die längste Seite misst über 100 Meter. Und es gibt deutliche Spuren von Weinbau und Kellerwirtschaft. Gefunden wurde das Gebäude in der 70er Jahren im Rahmen der Flurbereinigung.

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Schwierig ist das Miteinander von eher unscheinbaren Mauerresten und den wiederaufgebauten Teilen, die aber wiederum die räumliche Vorstellung erleichtern. Man braucht jemanden, der die usprünglichen Mauerreste erläutert. Aber auch diese wurden im Rahmen der über 300jährigen Geschichte immer wieder ergänzt und verändert.

Man sollte den Gebäudekomplex „Villa Weilberg“ in Verbindung mit der deutlich kleineren „Villa Rustica“ bei Wachenheim besichtigen. Dort findet man eher nackte Ausgrabungen, in Ungstein eher die Zugehörigkeit zur Weinbauregion Pfalz.

An beiden Orten gibt es auch Veranstaltungen, über die man sich bei der jeweiligen TouristInfo erkundigen kann. Das diesjährige Weinfest an der Römerkelter findet am Freitag, den 24. Juni 2016 statt.

Weiterführende Literatur findet man bei Prof. Dr. Helmut Bernhard. Dr. Fritz Schumann hat eine Broschüre zur Römervilla Weilberg im Eigenverlag veröffentlicht. Aber noch besser: Einfach mal hinfahren und anschauen ……

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Wismar

Unsere Kurzreise Mitte März ging nach Wismar, ein Sonderangebot der Bahn musste noch eingelöst werden. Der Zug brachte uns über Mannheim,  Hamburg und Schwerin sehr pünktlich nach Wismar. Schon der erste Blick vom Bahnhof zeigte uns große gotische Backsteinkathedralen, die das Stadtbild von Wismar beherrschen.

Als Unterkunft hatten wir uns das Reuterhaus gewählt, ein kleines Hotel direkt am großen Marktplatz. Von hier aus konnte man alles zu Fuß erledigen.

Und zu sehen gab es viel: Die Nikolai-Kirche, der Turm von St. Marien und die Sankt-Georgen-Kirche, alle drei mächtige Bauten aus rotem Klinker. Den Stummelturm von St.-Georgen konnte man per Aufzug befahren, auf den Restturm von St. Marien musste man laufen. Aber die Aussicht entschädigte die Anstengung.

Nikolaikirche, im Vordergrund: Heiliggeistkirche

Nikolaikirche, im Vordergrund: Heiliggeistkirche

rechts: St. Georgen, links: Turm von St. Marien

rechts: St. Georgen, links: Turm von St. Marien

Die Stadt selbst ist in ihrem Grundriss und in der Hausgestaltung noch recht gut erhalten bzw.  wieder aufgebaut, nur der alte (echte) Straßenbelag aus Feldsteinen ist gewöhnungsbedürftig.

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Ich konnte mich in Wismar vier Tage von Fisch ernähren. Es gibt gute Restaurants und tagsüber für die Touristen auch ein Fischangebot am alten Hafen. Touristen gab es Mitte März schon reichlich. Dazu passten auch die vielen Bäckereien und Cafes, die in der Altstadt überall zu finden sind.

Das Wetter war zumindest trocken, die Tagestemperaturen lagen knapp über Null, der Zusatz lautetet aber immer „gefühlt wie Minus …..“. Aber da wir uns die Stadt ja aktiv erlaufen haben, war das nicht weiter störend. Und in den Cafes konnte man sich ja wieder aufwärmen.

Insgesamt war diese kleine Hansestadt ein schönes Erlebnis. Rostock, Stralsund und Lübeck bleiben auf der Wunschliste. Und in Riga waren wir ja schon.

 

Fahrradfahren in der Lausitz

Ende August waren wir sechs Tage zum Radfahren in Cottbus. Wie im letzten Jahr waren wir mit Pfadt-Radreisen unterwegs. Wir hatten einen schönen bequemen Reisebus mit großem Fahrradanhänger, der die Räder der 26 Teilnehmer aufnehmen konnte.

Untergebracht waren wir im „Lindner Congress Hotel“ direkt am der Stadthalle und nur wenige Fußminuten vom Altmarkt entfernt. Die Zimmer waren sehr geräumig und voll klimatisiert, bei Temperaturen über 30° nicht zu verachten. Da der Fahrradraum anscheinend auch ohne unsere Räder gut gefüllt war, kamen unser Fahrräder abends immer wieder in den Radanhänger.

Cottbus hat uns sehr angenehm überrascht. Die Altstadt ist überschaubar und die Restaurants am Altmarkt sahen uns fast jeden Abend zu einem Dämmerschoppen. Wir waren nicht die einzigen, die dort saßen.

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Wir unternahmen insgesamt vier ordentliche Radtouren, wobei uns der Bus manchmal absetzte, manchmal abholte und immer irgendwie in der Nähe war. An den ersten 3 Tagen hatten wir Temperaturen von bis zu 35°C und einige Teilnehmer benutzten auch den Bus zur vorzeitigen Heimfahrt. Unser Radwanderführer, der uns auf dem Rad begleitete und uns immer die besten Wege entlang führte, war Matthias Reiche vom Lausitz-Tourismus.

Die Radtouren habe ich mit Komoot aufgezeichnet und mit der jeweiligen Überschrift verlinkt.

 

Unsere Touren im Einzelnen:

Bad Muskau – Cottbus

Die ersten paar Kilometer ging es sehr gemächlich durch den Fürst-Pückler-Park, einen schönen Landschaftspark an der Neiße. Der Park setzt sich auf der polnischen Seite fort, wir aber radelten nach Nordwesten, verließen Sachsen und radelten später an der Spree entlang Richtung Cottbus. Hier konnten wir uns auch direkt an die zweisprachigen Schilder der Lausitz gewöhnen. Das „Sorbische“ war dann auch an allen Tagen präsent.

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Cottbus – Peitz – Werben – Cottbus

Diese Rundtour führte uns durch das Peitzer Seengebiet nach Norden und dann südwestwärts wieder nach Cottbus zurück. Die Peitzer Teiche sind wirklich groß, viel größer als die Fischteiche, die man sonst kennt. Es war auch der erste richtige Sichtkontakt mit dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde, dessen neun dampfende Kühltürme man schon von unserem Hotel aus sehen konnte. Ein Teil der Tour führte uns wieder an der Spree entlang. Hier durften sich ehrgeizige Radfahrer auf einem kilometerlangen Deichradweg austoben. Unser Radführer hatte insgesamt ein ruhiges Tempo drauf, in Anbetracht der Hitze war das die richtige Entscheidung.

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Cottbus – Branitz – Forst – Guben

Diese Tour führte uns über den „Branitzer Park“, den zweiten große Landschaftspark von Fürst Pückler, nach Osten. Nach einem Blick in einen stillgelegten Braunkohletagebau ging es dann über Forst mit seinem Rosengarten die Neiße abwärts bis Guben. Irritierend waren die zahlreichen „Brückenruinen“ über die Neiße, die nie richtig geräumt wurden. Der Verkehr benutzt neue Brückenbauten. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt an einem aktiven Braunkohletagebau und konnten uns diese riesigen Gruben mit ihren riesigen Maschinen einmal ansehen. Auch dieser Tagebau gehört zum Kraftwerk Jänschwalde.

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Nach den ersten 3 Radeltagen fragten sich einige Teilnehmer, warum die Tour als „Spreewald-Tour“ ausgeschrieben war. „Lausitz“ oder „Braunkohle“ hätte besser gepasst. Mir persönlich haben die drei ersten Tage aber gerade deshalb sehr gut gefallen.

Burg – Lübbenau – (Spreeweald Kahntour Lübbenau – Lehde) – Burg – Werben – Cottbus

Ausgesetzt wurden wir in Burg und radelten dann durch den typischen Spreewald zwischen Kanälen bis Lübbenau, wo wir dann (ohne Räder) auf einen Spreewaldkahn umstiegen und uns durch den Spreewald stochern ließen. Später ging es dann per Rad wieder zurück nach Cottbus. Diese Tour durch den Spreewald war eigentlich das, was sich viele von der Cottbus-Fahrt erhofft hatten. Hier gab es auch sehr viele Touristen, die wir an den anderen Tagen nicht gesehen hatten. Einen richtigen Sommertag wollte ich mir angesichts der vielen leeren Kähne besser nicht vorstellen.

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Nach der Tour wissen wir: Cottbus liegt an der Spree und in Brandenburg. Unsere Ortskenntnisse haben sich somit wesentlich verbessert.

Wir werden uns auch im nächsten Jahr das Programm von Pfadt-Reisen intensiv ansehen. Radreisen mit Bus und eigenem Fahrrad ist nicht zu verachten.

Frühling 2015

Unsere Magnolie hat mit ihrer Vollblüte am 9.4. endgültig das Frühjahr im Garten eingeläutet. Die Rosa-Phase zuvor hat ungefähr zwei Wochen gedauert, da war es auch deutlich kühler. Am 10.4. kamen dann die Süßkirsche, am Wochenende (11./12. April) die Mirabelle und unsere beiden kleinen Birnbäume mit ihrer Vollblüte dazu, ebenso im Vorgarten unsere Felsenbirne. Im Moment fliegen bei über 20° auch die Bienen ganz emsig zwischen den Blüten umher.

Da wir am Wochenende In Helmstedt und im Weltnaturerbe „Nationalpark Hainich“ (bei Eisenach) waren, konnten wir den Vorsprung der Pfalz auch richtig miterleben. Der Brocken lag noch voll im Schnee, im Hainich selbst war noch kein Grünschimmer in den Bäumen zu sehen, dafür war der lichte Waldboden mit Frühlingsblühern und zartem Grün bedeckt. So einen blühenden Waldboden haben wir in der Pfalz nicht.

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Und auf dem Weg in die Pfalz wurde es dann ständig grüner und bunter.

Winter im Schwarzwald

Ende Januar wollten wir Winter erleben und wählten den hohen Nordschwarzwald als Ziel.

Ab Baden-Baden ging es über die Schwarzwaldhochstraße zum Schliffkopf, und schon nach 10 Kilometern (ab 400m Höhe) war die Straße weiß und es schneite kräftig weiter. Unser Ziel, das Schliffkopfhotel in 1025 m Höhe, lag unter einer dicken, herrlich weißen Schneedecke. So hatten wir es uns vorgestellt.

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Samstags ließ der Schneefall nach, und es reichte für eine geführte Wanderung mit Schneeschuhen, ohne daß man den nackten Boden zu sehen bekam. Die Schneehöhe dürfte so bei 60 cm gelegen haben (Orientierung: Zäune, Sitzbänke am Weg). Da wir anscheinend die ersten waren, die den Neuschnee betraten, musste man den (ausgeschilderten) Weg regelrecht suchen. Die Schneeschuhe selbst waren eine große Erleichterung beim Wandern im Tiefschnee, lernen musste man kaum etwas.

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Teilweise war es klar und man konnte die umliegenden Berge sehen. Auch ein Blick in den Rheingraben war möglich.

Am Sonntag schneite es wieder mehr und man konnte die Schneefräse des Hotels bei ihrem Einsatz beobachten. Die B500 war zu erkennen und es waren auch Autos unterwegs. Zum Wandern war das Wetter weniger geeignet. Wir machten einen gemütlichen Hoteltag und halfen zwei Autofahrern beim Wegfahren.

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Ausfahrt zur B500 am Montag

Ausfahrt zur B500 am Montag

Montags wurde der Schneefall heftiger, die Einsätze der Schneefräse nahmen zu, aber die Straße behielt ihre weiße Pracht. Autos waren selten. Da in Richtung Ruhestein von querstehenden LKWs die Rede war, verzögerte sich unser Abreise. Erst gegen 12:30 starteten wir und kamen mit ca. 20 Stundenkilometer vorwärts. Die Straße runter nach Achern war bzw. wurde aber geräumt und ab ca. 400 m Höhe kam wieder das Grün zum Vorschein.

Insgesamt ein schöner Kurzurlaub.